Mavrovo NP in Mazedonien noch immer bedroht

 09.11.2017

Nachdem wir erfolgreich zwei große Staudammprojekte im Mavrovo Nationalpark – einen der ältesten Nationalparks Europas – verhindert haben, ist der Park nachwievor von Wasserkraftprojekten mit geringer Leistung („Kleinwasserkraft“) bedroht. Diese werden unter der Tarnung „small is beautiful“ beworben, jedoch sind sie genauso verheerend für kleine Bäche wie Großraftwerke für große Flüsse. Und auch sie benötigen den Bau von Zufahrtsstraßen, Hochspannungsleitungen, Rohrleitungen und Krafthäuser. Nichts ist grün oder schön an diesen Kraftwerken, schon gar nicht in Mitten eines Nationalparks. Gebiete wie sie auf den Fotos zu sehen sind würden von den Projekten zerstört werden.

Bäche wie dieser würden durch die WKW Projekte im Mavroro NP zerstört werden © Theresa Schiller Die Schönheit des Mavrovo Nationalparks © Theresa Schiller Einer der Wasserentnahmestellen für das WKW Ribnichka ist in diesem Tal geplant. © Theresa Schiller
Krafthaus des WKW Kakachka © Theresa Schiller Das Wasser der Bäche wird fast vollständig in Rohre abgeleitet... © Stojan Lešoski …und das Flussbett fällt trocken. © Stojan Lešoski

 

Protestaktion in Skopje zum Schutz des Mavrovo NP © Eko-svestAus diesem Grund organisierte das Blue Heart Team Mazedonien, Front 21/42 und Eco-svest, unterstützt von Künstler und Naturliebhaber, am 20. Oktober eine Protestaktion in Skopje. Mit einem Banner auf dem „Bewahrt den Mavrovo Nationalpark“ zu lesen und der kritisch gefährdete Balkanluchs, für den Mavrovo das letzte Refugium darstellt, aufgemalt war, wurde ein Brief an den Mazedonischen Premier und seinen Stellvertreter überreicht. Folgende Forderungen wurden in dem Brief an die Regierung gerichtet: 

  • Die Umsetzung aller Wasserkraftprojekte im Gebiet des Mavrovo Nationalparks müssen gemäß der Empfehlungen No. 184 (2015) des Ständige Ausschusses der Berner Konvention suspendiert werden;
  • Das Verfahren zur Aktualisierung des Mavrovo Nationalpark als Schutzgebiet der Kategorie II muss abgeschlossen und ein Managementplan gemäß der IUCN Resolution No.26 „Schutzgebiete und andere für die Biodiversität wichtige Gebiete in Zusammenhang mit umweltschädliche industrielle Tätigkeiten und Infrastrukturausbau“ verabschiedet werden
  • Alle strategischen nationalen Dokumente die den Bau von Wasserkraft vorsehen (inclusive der Nationalen Energieausbaustrategie und dem Nationalen RES Nutzungsplan) müssen überprüft werden um Projekte in Schutzgebieten und in Gebieten in sehr gutem hydormorphologischem und biodiversem Zustand auszuschließen.
Aktivisten bei der Arbeit © Eko-svest Der kritisch gefährdete Balkanluchs, für den Mavrovo das letzte Refugium darstellt © Eko-svest