Die EBRD verschärft Standards als Reaktion auf Balkan-Wasserkraftboom

 17.05.2019

Die Neretva in Bosnien und Herzegowina. Das Schicksal vieler Balkanflüsse hängt von den Umweltstandards der Finanziers ab. Wie so oft: Folge dem Geld, um das Problem zu finden. © A. VorauerAufgrund des öffentlichen Widerstands gegen Kleinwasserkraftprojekte auf dem Balkan, und infolge des Meilenstein-Bankgipfels zwischen den Banken und Naturschutzaktivisten am 1. März, verschärft die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) ihre Standards erheblich: Gemäß ihrer neuen Umwelt- und Sozialrichtline fordert die Entwicklungsbank die Geschäftsbanken auf, ab 2020 alle risikoreichen Projekte - einschließlich aller Wasserkraftwerke - für zusätzliche Kontrollen einzureichen. Die EBRD fordert außerdem höhere Umweltstandards als zuvor, und macht Projekte in Gebiete mit hoher Biodiversität wirtschaftlich nicht rentable. Darüber hinaus wird die Bank fordern, dass solche Projekte der Öffentlichkeit auf den Websites der Finanzintermediäre zugänglich gemacht werden, um die Transparenz dieser bisher versteckten Projekte zu erhöhen. Die Bank hat auch Richtlinien für die Finanzierung von Kleinwasserkraftprojekte ausgearbeitet, in der die Bedingungen für Direktfinanzierung sowie die vermittelte Kreditvergabe klargestellt werden.

Dies ist ein großer Durchbruch, da diese neuen Richtlinien Geschäftsbanken zwingen werden, destruktive Wasserkraftprojekte, die mit EBRD Geldern finanziert werden sollen, gründlich zu überdenken. Tolle Neuigkeiten für freie Flüsse und ein großer Erfolg in der Blue Heart-Kampagne.

Weitere Informationen finden Sie im ausführlichen Bericht des CEE Bankwatch Network.